Die persönliche Schutzausrüstung

Fast alle Feuerwehreinsätze sind mit gewissen Gefahren verbunden, z.B. herabfallenden Dachziegeln, "Stolperfallen", fließendem Verkehr oder natürlich Feuer. Zum Schutz gegen solche Gefahren tragen Feuerwehrleute spezielle Kleidungsstücke und Ausrüstungsgegenstände. Weil jeder Feuerwehrangehörige vom ersten Tag an ein komplettes (und passendes) Set nur für sich bekommt, sprechen wir von der persönlichen Schutzausrüstung, kurz PSA.

 

Die PSA dient auch als Wetterschutz. Gestellt und vollständig bezahlt wird sie übrigens von der jeweiligen Gemeinde, die Grundausstattung kostet dabei weit mehr als 1000 Euro. Im Gegenzug verpflichtet sich jeder Feuerwehrangehörige, mit der Ausrüstung sorgfältig umzugehen. Die Ausgabe und Reparatur erfolgt durch das Fachpersonal auf der Kleiderkammer. Alle Teile der PSA möchten wir im Folgenden vorstellen, aber erstmal kommt ein Gesamtbild.

 

Persönliche Schutzausrüstung

Erweiterte Ausrüstung

Erweiterte Ausrüstung

Zusätzlich zur PSA wird je nach Auftrag weitere Ausrüstung mitgenommen. Das Bild links zeigt dies am Beispiel einer Truppführerin auf dem Weg zur Brandbekämpfung. Hinzugekommen sind:

Funkgerät

Handlampe

Atemschutzgerät (hier ohne die zugehörige Maske)

Leinenbeutel mit 30 Meter Feuerwehrleine

Feuerwehraxt

 

Alles zusammen ganz schön viel Zeug. Selbst mit einer gewissen Sportlichkeit kommt man durchaus ins Schwitzen, aber doch ganz gut zurecht.

Einsatzjacke

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An die freiwilligen Abteilungen der Feuerwehr Freiburg wurden in den letzten Jahren neue Einsatzjacken ausgegeben. Die Abteilung Unterstadt war Anfang 2014 an der Reihe.

 

Außen besteht die Einsatzjacke aus feuerhemmendem Material, innen findet sich ein starkes Futter. Diese Kombination schützt im Brandeinsatz vor den hohen Temperaturen, zumindest bis zu einem gewissen Grad. In den Taschen werden Gegenstände wie Funkgerät, Werkzeug oder Lampe mitgenommen.

 

Reflektionsstreifen sind so angebracht, dass sie aus allen Richtungen sichtbar sind, selbst wenn man kniet. In verrauchten Räumlichkeiten oder auf regnerischen Straßen wird man so besser gesehen.

 

Die neue Jacke ist leichter und etwas kürzer als ihr Vorgänger-Modell. Außerdem ist ein Haltegurt bereits integriert, mit dessen Hilfe man sich gegen Absturz sichern kann. Auch für das Abseilen wird dieser Gurt benötigt.

Einsatzhose

Die Einsatzhose ist hinsichtlich der an sie gestellten Anforderungen der Einsatzjacke sehr ähnlich. Deshalb besteht sie auch aus ähnlichem Material und weist auch ähnliche Reflektionsstreifen auf. Mit ihren verstellbaren Trägern erinnert sie von der Form her an eine Latzhose. Die Kniepartie ist besonders gepolstert.

Helm

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Der Feuerwehrhelm besteht hauptsächlich aus sehr festem Kunststoff und schützt gegen alles, was von oben kommt. Ein fest angebauter Nackenschutz, nun ja, schützt den Nacken. Das Visier kann während handwerklicher Tätigkeit heruntergeklappt werden.

 

Auf Freiburger Helmen ist vorne eine Nummer aufgeklebt, welche die Abteilungszugehörigkeit verrät. An den Seiten finden sich weitere Markierungen, die Befähigungen ausdrücken:

ein roter Punkt für Atemschutzgeräteträger

ein kurzer, horizontaler Streifen für Gruppenführer

zwei solcher Streifen für Zugführer

 

Höheres Führungspersonal (der Berufsfeuerwehr) ist durch umlaufende rote Streifen gekennzeichnet. Und noch etwas: Die Helme reflektieren nicht nur Licht, sie phosphoreszieren sogar, d.h. sie leuchten im Dunkeln nach.

Handschuhe zur Brandkämpfung

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Die Handschuhe bestehen wie die Jacke aus feuerhemmendem Material, jedoch fehlt ihnen das Futter. Einerseits wird das Greifen und Arbeiten hierdurch erleichtert, andererseits sollte man sich vor allzu hohen Temperaturen hüten.

Handschuhe zur Technischen Hilfe

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Bei diesen Handschuhen handelt es sich um gewöhnliche Arbeitshandschuhe, so wie Handwerker sie häufig nutzen. Und für entsprechende Tätigkeiten sind sie auch gedacht.

Stiefel

Die Feuerwehrstiefel bestehen größtenteils aus Leder, weisen aber auch Stahlkappen auf. Sie bieten Schutz u.a. vor Wasser, Öl, gewissen Chemikalien, Elektrizität und mechanischen Gefahren, beispielsweise Scherben.

Kennzeichnungswesten

Damit sich das Führungspersonal an den oft unübersichtlichen Einsatzstellen schnell finden kann, werden Kennzeichnungswesten genutzt. Denn spätestens wenn Einheiten aus unterschiedlichen Gemeinden zusammenarbeiten, kann es leicht vorkommen, dass man einander bislang gar nicht kennt.

 

Für Feuerwehren in Baden-Württemberg sind die Kennzeichnungwesten wie folgt gestaltet:

Gruppenführer tragen blaue Westen

Zugführer tragen grüne Westen

Einsatzabschnittsleiter tragen weiße oder silberne Westen

Einsatzleiter tragen gelbe Westen

 

Auf der Rückseite der Weste ist meist die jeweilige Einheit oder eine Fahrzeugkennung angegeben. Außerdem sind rote Kennzeichnungswesten vorgesehen für sogenannte Fachberater, Pressesprecher oder auch Seelsorger.

 

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Zugführer, Gruppenführer und Einsatzleiter (von links nach rechts) mit entsprechenden Kennzeichnungswesten

Schnittschutzkleidung

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Sobald mit der Kettensäge gearbeitet wird, sind Schnittschutzhose und Forsthelm (mit Visier und Gehörschutz) zwingend vorgeschrieben. Man findet diese Ausstattung auf allen Feuerwehrfahrzeugen, die eine Kettensäge geladen haben. Hinzu kommen die bereits bekannte Jacke, die Handschuhe und natürlich die Stiefel mit ihren Stahlkappen.