Maschinist für Löschfahrzeuge

Ein Maschinist oder eine Maschinistin hat in Übung und Einsatz zwei Hauptaufgaben, nämlich a) Feuerwehr-Fahrzeuge zu fahren und b) die auf dem Fahrzeug befindlichen Pumpen, Aggregate und sonstigen Maschinen zu bedienen.

 

Wer einen Hang zu technischen Geräten und zu großen roten Fahrzeugen hat, und außerdem das nötige Verantwortungsbewusstsein, ist in diesem Lehrgang genau richtig. Man erfährt sehr anschaulich, wie imposant und leistungsstark die Geräte der Feuerwehr sind und wie vielfältig sie eingesetzt werden können.

 

Noch vor Lehrgangsbeginn erlangt man den Führerschein Klasse C in einer Fahrschule. In der Regel übernimmt die Feuerwehr die Kosten hierfür. Und dann kann es losgehen:

 

Rechtsgrundlagen und Aufgabenbereiche

Da der Maschinist oder die Maschinistin für das Fahren des Fahrzeuges verantwortlich ist, insbesondere unter Inanspruchnahme von Sonderrechten, müssen gewisse Paragraphen der Straßenverkehrsordnung (StVO §35 und §38), der StraßenVerkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) und der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) bekannt sein. Es muss klar werden, welchen Gefahren man sich und die Besatzung während einer Alarmfahrt aussetzt, worauf man dabei achten sollte und wie man das Risiko minimieren kann. Um dies auch in der Praxis zu beherrschen, sind nach Lehrgangsende regelmäßige Übungsfahrten (bei Tag und Nacht, bei Regen und Schnee, usw.) oder sogar Fahrsicherheitstrainings unverzichtbar.

 

Weil der Einsatzerfolg auch davon abhängt, wo das Fahrzeug an der Einsatzstelle aufgestellt wird, trainiert man seinen Blick dafür. Und dann sollte man wissen, welche Aufgaben vom Maschinisten zu erfüllen sind, ohne dass dies im Einsatzfall noch besprochen werden müsste: Anschließen von Schläuchen an die Pumpe, Inbetriebnahme der Pumpe, Bereitlegen von Geräten, usw. Nach Einsatz- bzw. Übungsende prüft der Maschinist die Vollständigkeit der Beladung und die Fahrbereitschaft des Fahrzeugs und meldet dies dem Gruppenführer.

 

Löschfahrzeuge, Motorenkunde, kraftbetriebene und sonstige Geräte

Da Maschinisten für ihr Fahrzeug und für jegliches Gerät auf dem Fahrzeug zuständig sind, müssen sie die Funktionsweise der mitgeführten Geräte und des Fahrzeuges kennen. Hierzu zählen z.B. Schnellangriffseinrichtung, Stromerzeuger, hydraulisches Rettungsgerät, Leitern, Pumpen, Werkzeug, Tauchpumpen, und und und. Verschiedene Fahrzeuge der Feuerwehr sind je nach Aufgabenbereich unterschiedlich ausgestattet. Manches ist immer gleich, manches extrem unterschiedlich. Maschinisten müssen sich also mit allen Fahrzeuge, die sie benutzen werden, vertraut machen.

 

Feuerlöschkreiselpumpen, Wasserförderung und Betrieb anderer Pumpen

Da die Arbeit der Feuerwehr natürlich viel mit Wasser zu tun hat, werden in dieser Einheit verschiedenste Pumpen vorgestellt, im Detail erläutert und das Betreiben der Pumpen gelernt. Dieser mit Abstand spannendste Teil der Ausbildung befasst sich zunächst intensiv mit dem Aufbau und der Funktion der verwendeten Pumpen. Hierzu zählt die Pumpe an sich, aber auch z.B. die Ansaugeinrichtung zur Wasserentnahme aus offenen Gewässern wie Flüsse oder Seen. Abgesehen von Feuerlöschpumpen für Wasser gibt es auch Öl- oder Gefahrgutpumpen, Tauchpumpen, Schmutzwasserpumpen und weitere Formen, deren Eigenheiten und Unterschiede man als Maschinist kennen sollte.

 

In der Praxis wird gelernt, die üblichen Pumpen in und außer Betrieb zu nehmen, dabei auch kleine Fehler zu erkennen und zu beheben. Was sich leicht anhört erfordert viele Stunden Ausbildung, in denen erfahrene Ausbilder viele Tipps zum erfolreichen und sicheren Betrieb geben.

 

Die hier dargestellte grobe Erläuterung der Unterrichtsinhalte der Ausbildung "Maschinist für Löschfahrzeuge" erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie soll dazu dienen, dem interessierten Leser einen ersten Überblick über die Lerninhalte dieses Lehrgangs zu verschaffen. Die detaillierten Lernziele der Ausbildung "Maschinist für Löschfahrzeuge" können dem Lernzielkatalog der Lfs-BW entnommen werden. Zu beachten ist, dass diese Lernziele entsprechend des jeweiligen Aufgabenbereiches der einzelnen Feuerwehren angepasst bzw. fokussiert werden können.