Sprechfunker

Dieser Lehrgang folgt unmittelbar auf den 1. Teil der Truppmannausbildung und umfasst ca. 16 Unterrichtsstunden. Neben den rechtlichen und technischen Grundlagen lernt man hier vor allem, die bei der Feuerwehr gebräuchlichen Funkgeräte richtig zu bedienen. Nur wer einen solchen Lehrgang erfolgreich beendet hat, darf am sogenannten BOS-Funk überhaupt teilnehmen. Folgende Blöcke werden abgehandelt:

 

Rechtliche Grundlagen

Hierbei sollen die Teilnehmer lernen, welche Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) es in Deutschland gibt (u.a. Feuerwehr, Katastrophenschutz, Polizei, Technisches Hilfswerk und Rettungsdienste) und welche Vorrausetzungen erfüllt sein müssen um am BOS-Sprechfunk teilnehmen zu dürfen (Wer spricht mit welchen Geräten auf welchen Frequenzen?). Darüber hinaus müssen jedem Einzelnen die juristischen Vorschriften im Zusammenhang mit dem Sprechfunk bekannt gemacht werden, Schlagworte sind hier "Verschwiegenheitspflicht als Amtsträger", "Vertraulichkeit des Wortes" und auch "Verletzung von Privatgeheimnissen". Eine entsprechende Verpflichtungserklärung ist zu unterschreiben.

 

Physikalisch-technische Grundlagen

Die physikalisch-technischen Grundlagen vermitteln den Lehrgangsteilnehmern ein besseres Verständnis der Funkübertragung und der verwendeten Geräte, sodass grundlegende (störende) Einflussfaktoren im Betrieb beurteilt und ggf. behoben werden können. Zu diesen Faktoren gehören z.B. Sendeleistung, Empfängerempfindlichkeit, Reflexion oder Funkschatten.

 

Sprechfunkbetrieb

In diesem Teil wird der eigentliche Funkbetrieb gelernt und geübt, sodass Sprechfunkgeräte selbständig bedient und Funkgespräche den Vorschriften entsprechend geführt werden können. Hierzu zählen technische Aspekte wie Akkutausch oder Kanalwechsel. Fast wichtiger sind aber die "Regeln des guten Sprechfunkens", denn meistens funken viele Menschen auf einem Kanal, und nicht selten ist die Übertragsqualität mäßig. Hilfreich ist hier das deutsche Buchstabieralphabet sowie die Antworten auf folgende Fragen: Wie spreche ich einen anderen oder gar mehrere Teilnehmer an? Wie wähle ich meine Worte kurz und präzise? Welche Aussprache ist die beste? Wer beendet das Gespräch?

 

Kartenkunde

Ein weiterer, eher kleinerer Teil der Sprechfunkausbildung besteht im Umgang mit Kartenmaterial. Gelernt werden soll, wie man einen bestimmten Ort auf der Karte anhand von Koordinaten finden oder beschreiben kann.

 

Die hier dargestellte grobe Erläuterung der Unterrichtsinhalte der Sprechfunkerausbildung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie soll dazu dienen, dem interessierten Leser einen ersten Überblick über die Lerninhalte dieses Lehrgangs zu verschaffen. Umfassende Informationen zur Sprechfunkerausbildung können dem Lernzielkatalog der Landesfeuerwehrschule entnommen werden. Zu beachten ist, dass diese Lernziele entsprechend des jeweiligen Aufgabenbereiches der einzelnen Feuerwehren angepasst werden können.